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NeuWir haben unsere eigene Website geprüft wie einen Kundenauftrag

Eine Website ist kein Projekt, sondern ein Betrieb

Wer eine Website als Projekt bestellt, kauft einen Zustand. Wer sie als Betrieb denkt, kauft eine Eigenschaft, die bleibt. Der Unterschied entscheidet, was in zwei Jahren noch funktioniert.

Raphael Lugmayr 3 min Lesezeit

Der Übergabetermin ist die verführerischste falsche Zielmarke im Webgeschäft. An diesem Tag ist alles frisch: Die Bilder sind aktuell, die Texte stimmen, nichts ist kaputt. Alle sind zufrieden, die Rechnung ist bezahlt, das Projekt ist beendet.

Und ab diesem Tag beginnt der Verfall — nicht, weil jemand schlecht gearbeitet hätte, sondern weil niemand mehr hinsieht.

Ein Projekt endet, ein Produkt nicht

Ein Projekt hat einen Anfang, ein Ende und ein Budget. Eine Website hat davon nur den Anfang. Sie läuft weiter, ihre Abhängigkeiten altern, ihre Inhalte veralten, die Umgebung ändert sich. Browser aktualisieren sich, Anforderungen ändern sich, Sicherheitslücken werden bekannt.

Wer eine Website als Projekt bestellt, kauft einen Zustand. Wer sie als Produkt bestellt, kauft eine Eigenschaft, die bleibt. Der Preis unterscheidet sich weniger, als man denkt. Der Unterschied liegt darin, ob jemand zuständig ist.

Wir haben das an uns selbst gelernt: Bei unserer Vorgängerseite liefen über zwölf Monate 42 % aller Google-Impressionen auf Seiten, die es nicht mehr gab, weil eine einzige Zeile Serverkonfiguration Fehlerseiten als „alles in Ordnung” auslieferte. Technisch ein Einzeiler. Aufgefallen ist es niemandem — niemand war zuständig. Die ganze Geschichte steht in diesem Beitrag.

Woran man erkennt, dass auf Dauer gebaut wurde

Fünf Fragen, die man einem fertigen Ergebnis stellen kann — unabhängig davon, wer es gebaut hat:

Wovon hängt es ab? Jede fremde Erweiterung ist eine Abhängigkeit, die aufgegeben werden kann. Eine Seite aus zwanzig Erweiterungen hat zwanzig Möglichkeiten zu brechen. Wir bauen deshalb schlank und statisch — die Gründe stehen auf Technologien.

Was passiert, wenn ein Jahr lang niemand hinsieht? Die ehrliche Antwort trennt Bauweisen. Eine statisch ausgelieferte Seite funktioniert weiter. Ein System mit Datenbank und Erweiterungen sammelt bekannte Lücken.

Kann jemand anderes weiterarbeiten? Wenn nur der ursprüngliche Ersteller das System versteht, ist es kein Produkt, sondern eine Abhängigkeit von einer Person. Deshalb gehören Quellcode, Inhalte und Domain dem Auftraggeber — nicht uns.

Ist messbar, ob es funktioniert? Nicht nur „ist die Seite oben”, sondern: Liefern Fehlerseiten den richtigen Statuscode? Ist der Kontrast lesbar? Passt die Seite auf ein Telefon? Was sich messen lässt, sollte gemessen werden — nicht behauptet. Wie das bei uns aussieht, steht im Prüfprotokoll unserer eigenen Seite.

Wer bemerkt es, wenn etwas kaputtgeht? Steht diese Person nicht im Angebot, gibt es sie nicht.

Was das für den Preis bedeutet

Ein Angebot, das mit der Übergabe endet, ist ein Preis für die halbe Arbeit. Den Rest zahlt man später und ungeplant.

Deshalb steht bei uns der Betrieb im Angebot, nicht im Kleingedruckten: Aktualisierungen, Überwachung, Sicherungen samt Wiederherstellungsprobe, Erreichbarkeit, kleine Änderungen. Ab 40 € netto im Monat — nicht weil Infrastruktur so viel kostet, sondern weil dauerhaft jemand zuständig bleibt. Wie sich das zusammensetzt, steht in den Beispielrechnungen.

Der unbequeme Teil für Anbieter

Diese Denkweise begrenzt, was man anbieten kann. Wer weiß, dass er in drei Jahren noch der Ansprechpartner ist, wählt langweiligere Werkzeuge. Er baut weniger Funktionen. Er schreibt auf, warum etwas so ist, wie es ist.

Das ist der eigentliche Grund für unsere kurze Technologieliste und die noch kürzere Liste dessen, was wir annehmen. Nicht Prinzipienreiterei — Selbsterhaltung.

Die Frage vor allen anderen

Nicht „wie soll die Website aussehen”, sondern: Wer ist in zwei Jahren dafür zuständig, und woran merkt diese Person, dass etwas nicht stimmt?

Wenn darauf niemand antworten kann, ist die Gestaltung die kleinste Sorge.

Wenn Sie das für ein bestehendes System durchgehen wollen: Schreiben Sie uns die Adresse. Die Einschätzung ist kostenlos — und wenn nichts zu tun ist, sagen wir das. Wie wir rechnen, steht auf Preise.

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