Eine Unternehmenswebsite, ein redaktionelles Portal und eine Anwendung mit Anmeldung werden häufig unter demselben Begriff angeboten. Für eine sinnvolle Kalkulation müssen wir genauer werden: Welche Aufgabe soll die Website erfüllen, welche Inhalte liegen vor und wer arbeitet später damit?
Aktualisiert im September 2026: Individuelle Leistungen kalkulieren wir in Personentagen und rechnen dokumentierten Aufwand zum einheitlichen Stundensatz ab. Den aktuellen Satz und ein durchgerechnetes Beispiel finden Sie auf der Preisseite.
Drei typische Vorhaben
1. Ein überschaubarer Unternehmensauftritt
Ein Auftritt mit wenigen Seiten braucht eine klare Struktur, passende Inhalte, Gestaltung, technische Umsetzung und eine Prüfung vor Veröffentlichung. Der Aufwand hängt nicht nur von der Seitenzahl ab. Fertige, abgestimmte Texte sind eine andere Ausgangslage als eine neue Positionierung mit noch offenen Leistungen.
Im Angebot sollte erkennbar sein, wer Texte und Bilder liefert, welche Korrekturen eingeplant sind und ob Inhalte einer bestehenden Website übernommen werden.
2. Eine Website mit eigener Redaktion
Wenn Mitarbeitende Leistungen, Termine oder Beiträge selbst pflegen sollen, kommt ein Redaktionsmodell hinzu: Welche Inhaltstypen gibt es, wer darf sie ändern und wie werden Bilder, Vorschauen und Veröffentlichung behandelt?
Dazu gehören Einrichtung, abgestimmte Vorlagen und eine Übergabe an die Menschen, die später redigieren. Ein vorhandenes Redaktionsprodukt kann dafür passen. Lizenz- oder Nutzungsbedingungen und Hosting werden dann getrennt von individueller Entwicklungsarbeit ausgewiesen.
Dr. Schatz zeigt einen Kundenauftritt mit unserem Redaktionssystem LitusCMS. Die Fallstudie dokumentiert den tatsächlichen Umfang.
3. Ein Portal mit einem fachlichen Ablauf
Ein Portal mit Anmeldung, Rollen, Datenbank und Schnittstellen ist ein Softwareprojekt. Neben der Oberfläche müssen Berechtigungen, Datenmodell, Fehlerfälle und die Einführung geplant werden. Datenübernahme und laufender Betrieb gehören von Anfang an in die Betrachtung.
Ein erster nutzbarer Abschnitt hilft, Umfang und Investition abzugrenzen. Weitere Funktionen können anschließend auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse geschätzt werden. Unsere individuelle Softwareentwicklung beschreibt diesen Einstieg.
Wie aus dem Umfang eine Kalkulation wird
Wir zerlegen das Vorhaben in Arbeitspakete, beispielsweise:
- Bestandsaufnahme, Anforderungen und Informationsstruktur
- Gestaltung und technische Konzeption
- Umsetzung von Seiten, Redaktion oder Funktionen
- Inhalts- und Datenübernahme
- Tests, Abstimmung, Dokumentation und Einführung
Zu jedem Paket gehören ein Ergebnis, der geschätzte Aufwand und die Annahmen, auf denen die Schätzung beruht. Der Kostenrahmen entsteht aus Personentagen × Arbeitsstunden je Personentag × Stundensatz. Tagesdefinition und Satz sind auf der zentralen Preisübersicht ausgewiesen.
Eine Schätzung beschreibt den erwarteten Aufwand. Eine ausdrücklich vereinbarte Budgetobergrenze ist eine zusätzliche Vereinbarung. Der Leistungsnachweis zeigt die tatsächlich geleistete Arbeit; absehbare Überschreitungen und neue Aufgaben werden vorher abgestimmt.
Aufwand und Termin sind unterschiedliche Größen
Ein Projekt mit mehreren Personentagen muss nicht in ebenso vielen Kalendertagen abgeschlossen sein. Fachliche Rückmeldungen, Inhalte, technische Zugänge und Abhängigkeiten beeinflussen den Ablauf. Arbeiten mehrere Personen mit, wird ihr Aufwand zusammengezählt.
Ein gutes Angebot nennt deshalb sowohl den Aufwand als auch die Bedingungen des Terminplans.
Laufende Kosten separat betrachten
Nach der Einführung können mehrere Kostenarten entstehen:
- Hosting und Infrastruktur: abhängig von Anwendung, Daten und vereinbartem Betrieb.
- Wartung und Betreuung: mit beschriebenem Umfang, gegebenenfalls enthaltenen Arbeitsstunden und Service-Level.
- Produktlizenzen und Drittdienste: entsprechend dem Produkt oder Anbieter und dem jeweiligen Abrechnungszeitraum.
- Individuelle Weiterentwicklung: als gesondert beauftragte Arbeit zum einheitlichen Stundensatz.
Leistungen, die bereits in einer Lizenz oder einem Betriebspaket enthalten sind, werden nicht nochmals als Projektarbeit berechnet. Was enthalten ist, gehört ins Angebot. Die Betriebsseite erläutert Zuständigkeiten und Service-Level.
Woran Sie ein nachvollziehbares Angebot erkennen
Prüfen Sie, ob das Angebot diese Fragen beantwortet:
- Welches Ergebnis wird je Arbeitspaket geliefert?
- Welche Tätigkeiten und Annahmen liegen den geschätzten Personentagen zugrunde?
- Welche Inhalte, Zugänge und Entscheidungen müssen Sie beisteuern?
- Wie werden Aufwand, Restbudget und Änderungen abgestimmt?
- Welche wiederkehrenden Gebühren fallen zusätzlich an?
- Welche Nutzungsrechte, Unterlagen und Zugänge werden übergeben?
Bei individueller Software vereinbaren wir Quellcodeübergabe und Nutzungsrechte. Für Produkte gelten deren Lizenzbedingungen. Diese Unterscheidung ist sinnvoller als eine pauschale Zusage, dass jede verwendete Software dem Auftraggeber gehört.
Öffentliche und gemeinnützige Auftraggeber
Für Gemeinden und andere öffentliche Auftraggeber stellen wir Unterlagen zur Beschaffung bereit. Die passende Vergabeform und die Anforderungen des konkreten Auftrags müssen im Beschaffungsverfahren geprüft werden.
Für ausgewählte gemeinnützige Organisationen gibt es ein begrenztes Kontingent kostenloser Arbeitsleistung. Umfang, Auswahl und verbleibende Kosten sind auf der NGO-Seite beschrieben.
Eine kurze Beschreibung des Vorhabens reicht für das kostenlose Erstgespräch. Eine vertiefte Konzeption oder Bestandsaufnahme wird anschließend als eigene Leistung angeboten. Webprojekt besprechen.