Fragen Sie in einer Gemeinde, wer die Website betreut, und Sie bekommen oft dieselbe Antwort: Das hat damals jemand gemacht, der nicht mehr da ist. Die Seite läuft. Solange nichts passiert, sieht auch niemand hin.
Genau das ist das Problem — nicht die fehlende Betreuung, sondern die Bauweise, die Betreuung überhaupt erst laufend nötig macht.
Warum die üblichen Seiten Pflege brauchen
Eine typische Gemeindeseite läuft auf einem Redaktionssystem mit einem Dutzend Erweiterungen: Kalender, Formulare, Bildergalerie, Cookie-Banner, Newsletter. Jede dieser Erweiterungen ist Fremdcode, der auf dem Server ausgeführt wird. Jede kann eine Sicherheitslücke bekommen. Und jede kann aufgegeben werden.
Damit entsteht eine Dauerpflicht: Wer nicht regelmäßig aktualisiert, sammelt bekannte Lücken. Das Open Web Application Security Project führt „Vulnerable and Outdated Components” seit Jahren unter den häufigsten Schwachstellenklassen (OWASP Top 10) — es ist kein exotisches Risiko, sondern das gewöhnlichste.
Der praktische Ablauf ist fast immer derselbe: Niemand ist zuständig. Zwei Jahre später ist die Seite Teil eines fremden Netzwerks, verschickt Spam oder zeigt Werbung. Aufgefallen ist es, weil ein Bürger angerufen hat.
Was sich ändert, wenn die Seite nichts ausführt
Eine statisch ausgelieferte Seite besteht aus fertigen Dateien. Beim Aufruf rechnet kein Server, es wird keine Datenbank gefragt, es läuft kein Fremdcode. Die Angriffsfläche, die aus Erweiterungen entsteht, ist nicht klein — sie existiert nicht.
Das hat drei Folgen, die eine Gemeinde direkt spürt:
Sicherheit. Es gibt kein Login zum Redaktionssystem, das jemand erraten kann. Kein Plugin, das eine Lücke bekommt. Was nicht läuft, kann nicht ausfallen und nicht übernommen werden.
Kosten. Statische Dateien lassen sich extrem billig ausliefern. Der laufende Betrag entsteht bei uns fast vollständig aus der Wartung — dem Umstand, dass jemand dauerhaft zuständig bleibt —, nicht aus der Infrastruktur. Deshalb liegt unser Mindestbetrag für Betrieb und Wartung bei 40 € netto im Monat und nicht höher; die Details dazu stehen auf NGOs und in den Beispielrechnungen.
Haltbarkeit. Eine Seite, die nichts ausführt, funktioniert in fünf Jahren noch so wie heute. Sie verfällt nicht, wenn niemand hinsieht.
Was dabei trotzdem geht
Der häufigste Einwand: „Dann können wir ja nichts mehr selbst ändern.” Das stimmt nicht.
- Termine, Nachrichten, Texte pflegen Sie selbst — die Inhalte liegen in einfachen Textdateien, und jede Änderung erzeugt automatisch eine neue Fassung der Seite.
- Formulare sind möglich, laufen aber über einen abgegrenzten Dienst statt über die Seite selbst. Das trennt sauber: die Seite bleibt statisch, die Datenverarbeitung ist an genau einer Stelle.
- Amtstafel, Protokolle, Verordnungen sind Dokumente — genau das, was statische Auslieferung am besten kann.
Nebenbei fällt der Cookie-Banner weg, wenn nichts geladen wird, das Zustimmung braucht. Warum das kein Trick ist, steht in diesem Beitrag.
Wo die Grenze liegt
Ehrlich bleiben heißt auch, den Bruchpunkt zu nennen. Statisch endet dort, wo echte Anwendungslogik beginnt:
- ein Bürgerkonto mit Anmeldung,
- eine Anmeldung mit Datenbank — etwa fürs Schulmittagessen, wie bei MealTime,
- Zahlungen, Buchungen, Bearbeitungsstände.
Dafür braucht es echte Infrastruktur, und die kostet mehr als 40 € im Monat. Wer Ihnen erzählt, das ginge alles zum selben Preis, rechnet die Wartung nicht mit.
Die brauchbare Aufteilung ist deshalb meistens: die Website statisch, die Fachanwendung getrennt daneben. Beide werden dann sauber betrieben, statt dass ein aufgeblähtes System beides halb erledigt.
Die Frage, die man stellen sollte
Nicht „welches System nehmen wir”, sondern: Was muss diese Seite können, das mehr ist als zeigen?
Bei den meisten Gemeindeseiten lautet die ehrliche Antwort: nichts. Dann ist jede Zeile ausgeführten Codes eine Verbindlichkeit ohne Gegenwert.
Wenn Sie wissen wollen, wie Ihre bestehende Seite gebaut ist und was sie an laufender Pflicht erzeugt: Schreiben Sie uns die Adresse. Die Einschätzung kostet nichts, und wenn nichts zu tun ist, sagen wir das.