Wir bekommen regelmäßig Anfragen von Vereinen — Kulturvereine, Pfarren, Sozialinitiativen. Die Frage ist fast immer dieselbe: „Was kostet eine Website, und was brauchen wir wirklich?” Dieser Text ist die Antwort, die wir im Gespräch geben — aufgeschrieben, damit Sie sie vor dem Gespräch lesen können.
Was eine Vereinswebsite können muss
Weniger, als die meisten Angebote enthalten — aber das Wenige verlässlich:
- Auffindbar sein. Wer den Vereinsnamen und den Ort sucht, muss die Seite finden. Das ist keine Frage von „SEO-Paketen”, sondern von sauberem Handwerk: echte Überschriften, ein Titel, der den Verein nennt, eine Seite, die schnell lädt.
- Die Grunddaten aktuell halten. Wer ist zuständig, wie erreicht man den Verein, wann und wo finden Veranstaltungen statt. Eine Website mit dem Programm vom Vorjahr ist schlechter als keine — sie belegt, dass niemand zuständig ist.
- Vom Vorstand selbst pflegbar sein. Das ist der Punkt, an dem die meisten Vereinswebsites sterben: Sie wurden von jemandem gebaut, der nicht mehr erreichbar ist, und niemand im Verein kann einen Termin ändern. Eine Seite, die nur ihr Ersteller pflegen kann, ist falsch gebaut.
- Impressum und Offenlegung tragen. Auch für Vereine gilt die Offenlegungspflicht nach dem Mediengesetz; für kleine Websites ist sie bewusst schlank gehalten. Was genau hinein muss, hängt vom Einzelfall ab — es ist aber in einer Stunde erledigt und danach jahrelang stabil.
Was eine Vereinswebsite in aller Regel nicht braucht: einen Mitgliederbereich mit Login, einen Shop, ein „modernes” Bewegtbild-Intro. Jede dieser Funktionen kostet beim Aufbau und — wichtiger — dauerhaft im Betrieb. Ein Verein, der sie nicht wirklich nutzt, bezahlt sie trotzdem jedes Jahr.
Statisch reicht meistens — und das ist eine gute Nachricht
Die meisten Vereinsseiten ändern sich ein paar Mal im Jahr. Dafür braucht es kein Content-Management-System mit Datenbank, Updates und Sicherheitslücken — eine statische Seite tut denselben Dienst, lädt schneller und kann technisch kaum ausfallen. Warum wir so bauen, steht ausführlich unter Haltung; die Kurzfassung: Was nicht läuft, kann nicht angegriffen werden und muss nicht gewartet werden.
Wenn der Verein wirklich laufend Redaktion betreibt — mehrsprachige Inhalte, Programme, Formulare —, ist ein CMS gerechtfertigt. So haben wir es beim Kulturverein IKAZE gebaut: eine zweisprachige Vereinsplattform mit redaktionellem CMS, bei der der Vorstand alle Inhalte selbst pflegt, ohne uns anzurufen. Das Blatt dazu ist öffentlich, mit Messwerten und Stichtag — Sie können nachlesen, was gebaut wurde und was es leistet.
Was sie kosten darf
Hier trennt sich ehrliche Beratung von Verkauf. Die Kosten einer Website bestehen aus zwei sehr verschiedenen Teilen:
Der Aufbau ist einmalige Arbeit: Konzept, Gestaltung, Umsetzung. Ausgewählten gemeinnützigen Organisationen schenken wir davon pro Jahr ein kleines Kontingent — ein Rechtsanspruch besteht nicht, wir wählen nach Kapazität aus. Die genauen Bedingungen, und wo das Geschenk aufhört, stehen scharf abgegrenzt auf unserer NGO-Seite. Ein unklares „wir machen was für den guten Zweck” wäre wertlos; deshalb steht dort genau, was kostenlos ist und was nicht.
Der Betrieb ist der Teil, den fast jedes Angebot verschweigt: Wartung, Sicherheit, Erreichbarkeit, Hosting — Jahr für Jahr. Er ist auch bei uns nicht kostenlos, und zwar mit Absicht: Was dauerhaft laufen muss, braucht dauerhaft jemanden, der zuständig ist. Der Mindestbetrag steht auf derselben Seite. Dazu kommt die Domain, die der Verein selbst registrieren sollte — dann gehört sie ihm, nicht der Agentur.
Und das Wichtigste: Quellcode und Inhalte gehören dem Verein. Wenn Sie den Anbieter wechseln oder die Seite selbst hosten wollen, muss das gehen. Eine Website, die den Verein an eine Agentur bindet, ist kein Geschenk, sondern ein Abo.
Woran Sie ein schlechtes Angebot erkennen
- Es nennt einen niedrigen Aufbaupreis und verschweigt die laufenden Kosten.
- Es enthält Funktionen, nach denen Sie nie gefragt haben.
- Es klärt nicht, wem Domain, Quellcode und Inhalte gehören.
- Es beantwortet nicht, wer die Seite in fünf Jahren pflegt.
Wenn Sie es angehen wollen
Schreiben Sie in einem Absatz auf, wer Sie sind und was die Seite können muss. Mit diesem Absatz kann jeder seriöse Anbieter sagen, was das Vorhaben braucht — und ob es als schlichte, dauerhafte Seite lösbar ist. Das Erstgespräch ist bei uns immer kostenlos — nicht nur für Vereine, und eine ehrliche Antwort kann auch lauten: Das schafft ihr mit einem Baukasten selbst.
Zum Umgang mit Mitgliederdaten, Newslettern und Fotos gibt es einen eigenen Text: Datenschutz im Verein.